Teilhabe im südwestlichen Brandenburg (2020-2021)

Im Projekt „Migration, Integration, Teilhabe – Capacity Building für zivilgesellschaftliche Netzwerke im südwestlichen Brandenburg“ wurden von Januar 2020 bis März 2021 Probleme und Hindernisse zur gesellschaftlichen Teilhabe im südwestlichen Brandenburg identifiziert und schließlich in Zusammenarbeit mit vielen Akteurinnen mit und ohne Flucht- und Migrationsgeschichte Handlungsoptionen und Lösungen ausprobiert und aufgezeigt. Die ursprüngliche Projektidee war durch unseren Wunsch nach verstärkter Zusammenarbeit zwischen Organisationen und Akteurinnen mit und ohne Flucht- und Migrationsgeschichte hier im südwestlichen Brandenburg entstanden.

In den vergangenen Jahren war uns innerhalb der Arbeit unseres Vereins Stadt-Land.move e.V. aufgefallen, dass es zwar bereits gute Ansätze von organisierter Zivilgesellschaft und ehrenamtlichem Engagement in unserer Region gibt, die Bedürfnisse von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte aber mehr erfragt und vor allem miteinbezogen werden müssen, um nicht nur bei solidarischer Unterstützung stehenzubleiben, sondern den Menschen Platz zu schaffen und dauerhaft zu verankern für ihre Meinungen, Expertisen und Erfahrungen und ihre Partizipation. Auch sahen wir dringenden Bedarf darin, dass Organisationen und Multiplikatorinnen ohne Flucht- und Migrationsgeschichte und mit privilegiertem Hintergrund ihre Rolle im Arbeitsbereich Migration und Teilhabe reflektieren, sich mit diskriminierenden Strukturen und Machtverhältnissen in ihrer Arbeit auseinandersetzen und sich zu den Themen Rassismus und Kolonialismus fortbilden. Dies gilt auch für unseren Verein Stadt-Land.move e.V., der eine Organisation von Menschen ohne Flucht- und Migrationsgeschichte ist. Es war uns wichtig, uns der Herausforderung zu stellen, unsere eigenen Perspektiven kritisch zu hinterfragen, aus Fehlern zu lernen und uns in diskriminierungssensibler Arbeit weiterzubilden.

Entstanden ist ein vielfältiges Netzwerk von Akteurinnen und Organisationen mit und ohne Flucht- und Migrationsgeschichte, das eine diskriminierungssensible Zusammenarbeit erprobt hat und in Zukunft weiterführen möchte. Gemeinsam wurde eine Veranstaltungsreihe zur Stärkung von Kapazitäten und Kompetenzen organisiert, die sich an Multiplikator*innen der politischen Bildung und Ehrenamtliche mit und ohne Flucht- und Migrationsgeschichte sowie an geflüchtete Menschen richtete, die in Unterkünften in der Region leben. In den Veranstaltungen wurde Wissen über Hindernisse auf dem Weg zur Teilhabe ausgetauscht und vermittelt, wurden Lösungen zu deren Überwindung diskutiert und wurde vor allem Empowerment für geflüchtete Menschen praktiziert.

Wir wünschen uns, dass wir unsere Erfahrungen und Ideen weitergeben und andere Organisationen und Netzwerke dazu inspirieren können, sich für die Teilhabe ALLER Menschen in der Gesellschaft – nicht nur in ländlich geprägten Regionen und nicht nur in Brandenburg – einzusetzen. Deshalb wurde im Rahmen des Projektes eine Broschüre erstellt, mit der wir Euch einige unserer Lernerfahrungen zugänglich machen und Anregungen für Lösungsansätze geben möchten. Welche besonderen Herausforderungen und Probleme im Bereich Teilhabe wir in Brandenburg sehen, welche Erfolge wir als Netzwerk erlebt haben und welche Handlungsoptionen für die Zukunft bestehen könnt ihr in der Broschüre nachlesen.

Kooperationspartner*innen:

Ansprechperson

Miriam Schauer

m.schauer@stadt-land-move.org
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Broschüre: Stimmen und Visionen zum Thema Partizipation

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Das Projekt findet von Januar 2020 bis März 2021 statt und wird von der Bundeszentrale für Politische Bildung gefördert.